Charlotte Hedwig Schönherr
is a German contemporary artist based in Münster working primarily in painting.







Schmetter 5 (Baby are you down,down,down, down ohh ohh), 2026
Mixed media on canva
20 x 30 cm

Schmetter (Anglel shot), 2026
Mixed Media on canva
20 x 30 cm

avaible

avaible
avaible
Flowers (Blumen, rülpsen, furzen und kacken) 2024
Mixed media on canva
150 x 135
sold
Editioned series · multiple editions available

Löwenzähnchen, 2024
Mixed media on canva
150 x 145
D_Grobelny_edited_e.jpg)
avaible
sold
-
sold
Exhibition view



exhibition view, Rundgang Duesseldorf
group exhibition view, Rundgang Duesseldorf


About
Charlotte Hedwig Schönherr (geb. 1996 in Husum) studiert seit 2019 an der Kunstakademie Düsseldorf in der Klasse von Prof.in Sabrina Fritsch. Von 2024 bis 2026 war sie Gastschülerin bei Prof. Michael Sistig sowie anschließend bei Prof.in Juliette Blightman an der Kunstakademie Münster. Sie lebt und arbeitet in Münster.
English Version
Schönherr works with a flat and direct visual language. The seemingly naive style is not used to simplify, but to create an immediate and direct form of expression. Butterflies, flowers and stars are not part of a landscape, but take over the entire picture plane. Through their scale and directness, they challenge expectations of seemingly simple and familiar motifs.The recurring butterflies do not represent a completed transformation. Instead, they embody different emotional states. They can be tired, happy, crazy or aggressive. Transformation does not happen between different stages of life, but within the figure itself. Through their direct placement and exaggeration, the figures resist a fixed or clear interpretation. The works often emerge from personal experiences, observations of society and experiences of everyday misogyny. Humor, exaggeration and contradiction are not understood as opposites, but as simultaneous ways of responding to the world. At the center of the work is the relationship between social expectations and individual experience. The large-scale works are created on unstretched cotton fabric placed on the floor. The physical engagement with the image plays a central role in the working process. Traces of this process remain visible and become part of the final work. Older paintings often remain on the back of the fabric, allowing previous decisions and processes to continue within the new image. After painting, the works are sewn onto a second piece of cotton fabric and then stretched. The visible cotton border remains part of the work. Its irregularity and materiality emphasize the raw quality of the paintings and reinforce their claim to occupy space. Embroidered text elements further expand the visual language. They do not function as explanations, but as direct, physical and sometimes humorous extensions of the painted image.
Position
Schönherrs Bilder sind Teil eines zeitgenössischen feministischen Diskurses und formulieren einen persönlichen Fight gegen alltägliche Misogynie. Ihre Bildsprache ist mutig, direkt und zugleich von einer eigenwilligen poetischen Qualität. Sie zeigt ihre weibliche Erfahrung nicht distanziert, sondern als körperlich eingeschriebene Realität – präzise und roh. Ausgangspunkt sind häufig konkrete Erlebnisse, Sprüche, Sätze oder Gefühlszustände, die in einen intensiven, körperlichen Arbeitsprozess übergehen. Auf ungespanntem, auf dem Boden liegenden Baumwollstoff arbeitet Schönherr in vielschichtigen Überlagerungen mit Buntstift, Tempera, Acryl- und Ölfarbe. Spuren ihres Körpers, Hände, Füße, Knie, bleiben sichtbar ins Bild eingeschrieben. Eingestickte Textelemente sind integriert, übermalt und teilweise nahezu unkenntlich gemacht, wodurch authentische Emotionalität zugespitzt wird. Durch scheinbar kindliche Elemente spielt Schönherr gezielt mit Erwartungen – und widerlegt sie. Diese Elemente dienen jedoch nicht als Verweis auf Unschuld, sondern als Mittel der radikalen Direktheit und Verletzlichkeit. Buntstifte werden mit voller Kraft flächig aufgetragen, und einfache Motive wie Sterne oder Schmetterlinge dominieren die Kompositionen vollständig. Sie verdrängen den klassischen Hintergrund und verweigern damit eine distanzierte Perspektive. Sie sind nicht Teil einer Landschaft, sie werden zur Landschaft selbst. Indem Schönherr den Schmetterlingen Arme und Beine gibt, verleiht sie ihnen Handlungsmacht, Subjektstatus und eine vielschichtige emotionale Präsenz. Oft als irr lesbare Gesichtsausdrücke greifen sexistische Zuschreibungen weiblicher Emotionalität auf, um sie zu unterlaufen und neu zu besetzen. In dieser Überzeichnung liegt eine klare Forderung: weibliche Wut nicht zu relativieren, sondern sichtbar zu machen und als legitime, kraftvolle Ausdrucksform zu zeigen. Was für viele männliche Betrachter als Schock erscheint, entspricht für viele Frauen einer längst vertrauten Wirklichkeit. Geschrieben von Karla Baublys
Begleittext zur Ausstellung Nimmersatt (Text von Karla Baublys)
Charlotte Hedwig Schönherr arbeitet mit einer flachen, an Kinderzeichnungen erinnernden Bildsprache. Die scheinbar naive Formensprache dient dabei nicht der Vereinfachung, sondern ermöglicht eine unmittelbare, direkte und angriffslustige Form des Ausdrucks. Schmetterlinge, Blumen oder Sterne sind nicht Teil einer Landschaft, sondern beanspruchen die Bildfläche vollständig für sich. Durch ihre Größe und Direktheit verschieben sie die Erwartungen an scheinbar einfache und vertraute Motive. Die wiederkehrenden Mensch-Schmetterlinge stehen nicht für eine abgeschlossene Verwandlung. Stattdessen verkörpern sie unterschiedliche emotionale Zustände. Sie können müde, glücklich, irre oder angriffslustig sein. Die Metamorphose findet dabei nicht zwischen verschiedenen Lebensphasen statt, sondern innerhalb der Figur selbst. Durch ihre direkte Platzierung und ihre Überzeichnung verweigern sich die Figuren einer eindeutigen Lesbarkeit. Die großformatigen Arbeiten entstehen auf ungespanntem Baumwollstoff, der auf dem Boden bearbeitet wird. Die körperliche Auseinandersetzung mit dem Bild spielt dabei eine zentrale Rolle. Spuren des Arbeitsprozesses bleiben bewusst sichtbar und werden Teil der Bildfindung. Nach dem Malprozess werden die Arbeiten auf einen weiteren Baumwollstoff aufgenäht und anschließend aufgespannt. Der dabei entstehende sichtbare Baumwollrand bleibt bewusst Teil der Arbeit. Seine Unregelmäßigkeit und Materialität betonen die Rohheit der Bilder und verstärken ihren Anspruch, Raum einzunehmen.
CV 2021- 2026. Kunstakademie Düsseldorf, class of Sabrina Fritsch 2024-2025. Kunstakademie Münster, class of Juliette Blightman 2014 - 2018 Early training with painter Anja Pletovski Exhibitions ( selection of group) 2025. Gemeine Köln, Sorry we are closed. 2025. Winterrundgang Düsseldorf 2025. Winterrundgang Münster 2024. Bonn Freeters, Dreiviertel 2024. Philara, What is steady anyway (Katalog) 2023. CCA Antratx, 350 x 250 x 100 mm (Katalog) Winterrundgang Düsseldorf







